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Aus dem Leben einer immer Nüchternen

15.00 Uhr  Ich warte auf Felix, einen guten Freund, der zu Besuch nach Leipzig unterwegs ist. Wir haben uns seit Monaten nicht gesehen und ich freue mich total. Seine einzige Bitte war, dass er sich heute Abend gehen lassen kann, weil er eine stressige Zeit hinter sich hat. Kein Problem, Bier steht bereit, Leute und Location zum Feiern stehen.  17.30 Uhr Felix ist wie immer zu spät. Mir wird langweilig und ich leg mich mit Netflix ins Bett.  18.15 Uhr Ich bin gerade eingeschlafen, als es klingelt. Da steht Felix und grinst mich an. Wir plaudern über alles Mögliche und weil ich immer noch müde bin, machen wir beide ein Nickerchen. Natürlich alles Partyvorbereitung, immerhin sind wir ja junge vitale Leute...  20.00 Uhr Schließlich können wir uns doch dazu überwinden aufzustehen. Während ich mich fertig mache, trinkt Felix das Bier, das ich ihm gekauft hatte. Vorglühen alleine, weil ich wie immer wegen meiner Leber nichts tri...
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Ich muss gestehen, dass ich mich niemals sonderlich für Selena Gomez interessiert habe. Weder für ihre Musik, ihre Filme oder ihr Privatleben. Moment, war sie nicht mal mit Justin Bieber zusammen?! Wie dem auch sei, seit ein paar Tagen geht dieses Foto durchs Internet und ringt mir meinen tiefen Respekt ab. Selena Gomez wurde die Diagnose Lupus diagnostiziert. Dank Doctor Haus und seiner Aussage: "Es ist nie Lupus!"habe ich mich bereits früher einmal mit diesem Krankheitsbild beschäftigt.  Lupus erythematodes ist eine Atoimmunkrankheit und gehört zum entzündlichen Rheuma. Es gibt zwei Hauptformen: Hautlupus und den Systematischen Lupus erythematodes, die häufigste Form. Dabei können neben einer typischen Hautrötung im Gesicht auch die Gelenke und sogar innere Organe betroffen sein. Das bringt uns wieder zu Selena Gomez, die mit ihrer Krankheitsgeschichte offensiv an die Öffentlichkeit ging. Nun wurde sie vor kur...

500 Euro für Drogen im Monat

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Blick in meine Privatapotheke gefällig?  Siehe da, Tabletten, Salben, Tropfen, Sprays und äh Hustenbonbons. Fehlen eigentlich noch Spritze, Löffel und Feuerzeug. Zu meiner täglichen Dröhnung gehören: Immunsuppressiva, Cortison und ein Medikament, das den Gallefluss unterstützt. An sich nicht viel, kostet aber eine Menge. Allein die immunsuppressiva kosten circa 1300€ für 100 Tabletten. Jetzt wisst ihr, wofür eine gesetzliche Krankenversicherung gut ist. Als Transplantierte gelte ich als chronisch krank, weil ich schon länger als ein Jahr lang wegen der gleichen Krankheit alle drei Monate in Behandlung bin. (Was für eine Definition...) Deswegen beträgt meine Beteiligung an den Medikamenten "nur" 1% des Jahreseinkommens, in meinem Fall noch des Einkommens meiner Mutter. Das Gleiche gilt bei einer Schwerbehinderung, was auf mich auch zutrifft. Trotzdem ein merkwürdiges Gefühl, sich vor Augen zu halten, wie viel Geld man da täglich so schluckt. Das Geld ist aber...

Wie gehst du mit der Diagnose um, dass du nicht unbedingt sehr alt werden wirst?

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Die Angst, dass ich noch einmal transplantiert werden muss ist allgegenwärtig und nicht unbegründet. Meine erste Abstoßung hatte ich nach 4 Wochen. Das war keine sehr ermutigende Prognose, noch dazu, weil ich die Leber nach nur drei Jahren verloren habe. Dass ich damals einen neuen Spender gefunden habe war großes Glück und ich bin meinem Onkel unendlich dankbar dafür.  Die Chance, noch einmal so viel Glück zu haben liegt so ziemlich bei null. Das heißt, wenn es wieder zum Organverlust kommen sollte, sind meine Überlebenschancen ziemlich gering. Das ist ein Fakt, den man akzeptieren muss, so hart das auch ist. Der Satz "live fast - die young" ist also quasi zwangsläufig mein Lebensmotto. Wenn immer möglich verreise ich, gehe mit Freunden weg oder fahre zu Konzerten. Dabei steht mein Studium dann im Hintergrund. Was bringt mir ein Einserabschluss, wenn ich nach dem Studium vielleicht nicht in der Lage bin mein Leben so zu gestalten, wie ic...

Wie fühlt es sich eigentlich an, ein Organ von einem anderen Menschen in sich zu tragen?

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Glücklicherweise geht es mir in dieser Hinsicht wie jedem anderen auch - solange ich keine Schmerzen habe, spüre ich auch keines meiner Organe besonders. Sie sind halt alle irgendwie da. Eines wie das andere. Meine Leber macht da keinen Unterschied.  Was ich manchmal habe, ist hier und da ein Zwicken unter der Haut. Das kommt von den Verwachsungen der Narbe. Verwachsungen entstehen bei der Heilung, es bilden sich Bindegewebsstränge an Stellen, wo vorher keine waren und die sind manchmal etwas zu kurz. Das merkt man, wenn man sich falsch oder zu schnell bewegt.  Es kommt sich vor, dass mich ein absolut widerliches Gefühl aus dem Nichts überkommt: als würde sich ein Organ irgendwie umstülpen. Ich bezweifle stark, dass das geht, aber anders kann ich es nicht beschreiben. Dann muss ich ganz schnell den Rücken durchdrücken und mich überstrecken. Das Ganze hält meist nur ein paar Sekunden an, aber es ist das Unangenehmste, das ich kenne. Keine Ahnung, ob es anderen Transplan...